Die meisten Fledertiere erzeugen
Ultraschallsignale zwischen 20 und rund 120 kHz. Hier liegt nun die
Herausforderung: die Signale müssen so aufbereitet werden, das
sie
in den hörbaren Bereich fallen. Hierzu sind eine Reihe von
Verfahren
entwickelt worden. Eine gute Übersicht dazu findet sich auf
den
Seiten von Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Fledermausdetektor.
Im
Internet sind eine Reihe unterschiedlicher Schaltungen zu finden. Eine
gute Ausgangsbasis mit vielen Links ist die Seite von Jan Bertrik
Sikken: http://home.kabelfoon.nl/~bertrik/bat/index.html. Dort werden
auch grundlegende Schaltungsprinzipien vorgestellt.
Ausgewählt
wurde schließlich eine einfache Schaltung mit nur vier
Halbleitern. Die
original-Schaltung stammt aus Japan: http://www.asahi-net.or.jp/~za9t-ymmt/bat/bat3.htm.
Wir haben uns
für ein einfaches
Frequenzmischverfahren entschieden. Das Prinzip ist einfach und der
Schaltungsaufwand ebenso.
Frequenzmischung
bedeutet hier, dass
„das einkommende Signal mit einer festen Frequenz gemischt
(wird).
Das daraus resultierende Signal ist eine Vielzahl von Summen- und
Differenzfrequenzen von denen nur die jeweils hörbaren
wiedergegeben
werden.“ Obwohl hier eine große Bandbreite
gleichzeitig abgehört
werden kann, ist die Wiedergabe jedoch lückenhaft.
„Beispiel: Ein
Fledermausruf von 41 kHz wird nach der Mischung mit 40 kHz als 1 kHz
gehört. Ein Fledermausruf von 40,001 kHz wird nach der
Mischung
theoretisch als Ein-Hz-Signal wiedergegeben, ist also nicht
hörbar.“
Durch die Verwendung von piezoelektrischen Ultraschallwandlern als
'Frontend' des Detektors wird der Frequenzbereich zusätzlich
eingeschränkt. In der Praxis ist dies jedoch kein Problem, da
die
Fledertiere nicht auf einer festen Frequenz rufen, sondern die
Tonhöhe laufend verändern. Die wandlerbedingte
höchste
Empfindlichkeit des Geräts zwischen 38 und 42 kHz ist ein
guter
Kompromiss, da die Geräte im Einsatz viele
Höreindrücke liefern
und scheinbar nichts überhören.
Block(schaltbild) des Detektors
Schaltungsbeschreibung
1 Das Frontend des
Signalwandlers
bildet der Ultraschallwandler S1 („Piezo
Ceramic Transducers“) wie
er typisch für Ultraschall-Abstandsmessgeräte
verwendet wird. Die
Eigenschaften dieses Ultraschallempfängers sind mit denen von
Schwingquarzen vergleichbar. Der Empfänger beginnt bei
passender
Schallfrequenz, hier etwa von 38 bis 42 kHz, mitzuschwingen, wodurch
ein schwaches Sinussignal auf der jeweiligen Frequenz abgegeben wird.
Die Amplitude ist
abhängig von der Frequenz und dem Schalldruck. Liegt die
Schallfrequenz deutlich unter 38 kHz oder oberhalb von 42 kHz, dann
ist der Empfänger praktisch taub.
2 Zur Pegelanhebung
wird in der Schaltung ein dreistufiger Vorverstärker
eingesetzt. Der
Wandler gibt seine Spannung zunächst an einen
npn-Kleinsignaltransistor (T1
BC 546 oder vergleichbar) in Emitter-Grundschaltung ab.
Anschließend
werden zwei Gatter des Inverter-IC 4069 für die weitere
Verstärkung
genutzt (IC1/13-12
und IC 1/11-10).
Durch Überbrückung (Gegenkopplung) der Gatter Ein-
und Ausgänge
mit R5
und R6 werden
die
Inverter-Stufen als Verstärkerschaltung nutzbar.
3
Die Gatter IC1 /3-4 und IC1/5-6 bilden
mit R16 und C4
einen üblichen Rechteck-Generator zur Erzeugung der zur
Überlagerung
nötigen Festfrequenz. Der Schaltungsaufwand ist auch hier sehr
gering. Die Frequenz errechnet sich dabei übrigens nach der
Formel
1/2,25*R*C. Im vorliegenden Fall bedeutet dies eine rechnerische
Frequenz von rund 50 kHz. Gemessen wurden Frequenzen zwischen 49 und
51 kHz.
4 Über
R11 bzw.
R12 werden
die
Signale aus dem
Oszillator und dem Sensor D2
zugeführt. Die Diode
dient als einfacher, additiver Mischer.
5 Das Gatter
IC1/ 9-8
dient zur Vorverstärkung der gewonnen NF. Das Signal wird
dem
Audioverstärker-IC2
LM386 über C9 und
dem
lautstärkebegrenzenden
Spannungsteiler R13/R9 zur
Endverstärkung zugeführt. Das IC ist hier
völlig ausreichend in
Minimalausführung als Verstärker für 26dB
geschaltet. Die NF wird
über C10 an Pin 5
ausgekoppelt. Ebenfalls an Pin 5 liegt ein RC-Spannungsteiler
(„Zobel-Glied“) mit/C12/R14 zur
Kompensation der Lautsprecher-Induktivität an Masse.
6 Im Prinzip hat IC2
genügend Reserven,
um die NF über einen Lautsprecher abzugeben. Zugunsten eines
kleinen
Gehäuses und um bei den Fledermäusen keine
Rückkopplung zu
erzeugen, wird hier eine Kopfhörerbuchse angeboten. Im
praktischen
Betrieb hat sich jeder typische Ohrhörer (32/64 Ohm)
bewährt.
Hierzu
ist eine Platine (53x40mm) entwickelt
worden:


Die Bestückung
ist an
vielen Stellen unkritisch:
R1
120 kΩ |
R2
470 kΩ |
R3, R4
2,2
kΩ
(2) |
R5,R6,
R7
2,2
MΩ
(3) |
R8
1 MΩ |
R9
560Ω |
R10,
R11,R12
10KΩ
(3) |
R13
100kΩ
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R14
10
Ω
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R15
100
Ω |
R16
9,1
kΩ
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C1,C2
100 pF
(2)
|
C3,C4
1 nF
(2)
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C5
2,2 nF
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C6
10nF
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C7
47uF
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C8,C9
10uF
(2)
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C10
220uF
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C11
100nF |
C12
47nF |
T1
BC 546 |
D1
LED rot |
D2
1N4148 |
IC1, IC2
CD
4069
LM386 |
Was sonst noch benötigt wird:
- 1
Platine (53x40mm)
- Batterie-Clip (rot an Plus)
- Gehäuse
- Ultraschall-Sensor
- Schalter
- Klinkenbuchse
- Kleber (optional bei vorgefrästem Gehäuse hilfreich)

Bastelaktionen mit Kindern - Unbedingt beachten!
Wirklich kindgerecht ist der Bausatz nicht. Die Platine
ist klein bzw. die Leiterbahnen liegen zum Teil dicht aneinander. Die
Bohrlöcher sind z.T. zu klein bemessen. Nicht immer stimmen die
Bauteile vom Rastermaß her, so dass passend gebogen werden muss.
Die
IC, insbesondere der CMOS Baustein, ist berührungsempfindlich.
Dennoch machen die Aktionen in der Praxis viel Freude, wenn einige
Aspekte beherzigt werden. Hier unsere Erfahrungen:
- Eine 1:1 Betreuung wäre ideal - aber
natürlich nicht unbedingt realistisch. Gut ist auch, wenn Eltern
mitmachen und in Teamarbeit gebastelt wird.
- Die Betreuenden sollten den Bausatz wirklich kennen.
Der Author hat hier einschlägige Erfahrungen gesammelt. Es ist
wenig hilfreich, wenn den Helfern ständig geholfen werden muss. Im
Mittelpunkt müssen die Kinder stehen.
- Je nach Vorerfahrung der Kinder wird eine
Lötübung vorangestellt. Wir nehmen dazu einfache
Holzbrettchen mit Reißzwecken, die verzinnt werden müssen.
Hier sind schnell die manuellen Fertigkeiten zu erkennen. Manche
machen dann auch mehrere Brettchen. Bei der Gelegenheit werden dann
auch Sicherheitshinweise zum Umgang mit den Lötwerkzeugen
vermittelt.
- Je nach Vorerfahrung ist es zweckmäßig, Bauteile im Vorfeld einzulöten: IC Fassungen, Diode, Transistor.
- Wirklich gut Löten lässt sich nur mit sehr feinem Lötzinn (1 mm).
- Eine typische Fehlerquelle sind verpolte Elkos.
- Es hat sich sehr bewährt, eine Art 'Checkpoint'
einzurichten. Nachdem alle Widerstände eingelötet wurden,
wird geprüft, ob alles ok ist. Erst dann kann es weitergehen. So
kann man mit den Kondensatoren verfahren. Mit den Elkos usw. So lassen
sich 90% der Fehler im Vorfeld vermeiden!
- Ersatzteile und Platinen in Reserve halten. Es geht
immer etwas kaputt. Gut ist es auch, einen funktionierenden Bausatz in
der Hinterhand zu haben (als Austauschgerät). Manchmal kommt es
vor, dass sich ein Gerät nicht unmittelbar reparieren lässt.
- Die IC setzen wir in der Regel selber ein, da die IC-Beinchen leicht gebogen werden müssen usw.
- Bitte an Kopfhörer und Batterien denken.
Entweder müssen sie mitgebracht werden oder wir müssen sie
vorrätig haben. Vorsicht bei Billiganbietern. Vorher testen.
Manche Kopfhörer haben sich als völlig 'taub'
erwiesen.
- Der Platinenaufdruck für die Leuchtdiode ist in der aktuellen Auflage ist falsch. Anode und Kathode sind zu vertauschen!
- Die Schaltung ist ohne Verpolungsschutz! Bitte beim Einsatz der Batterie darauf achten.
Bausatz
Es bleiben bei Bastelaktionen immer Bausätze übrig. Bitte
einfach mailen und nachfragen, was verfügbar ist. Wenn, dann
kostet
- Platine Euro 5
- der Bausatz ohne Gehäuse (Platine, alle Bauteile) Euro 12,50
- das Gehäuse unbearbeitet Euro 2,50
- der Bausatz komplett mit industriell gefrästem Gehäuse (Platine, alle Bauteile) Euro 18,50
Porto kommt extra und sind immer reine Versandkosten (in der Regel zwischen Euro 2,20 und 3,90). Die Bausätze sind ohne Batterien und Kopfhörer.
Bedenken Sie dabei bitte, dass dies kein
kommerzielles
Angebot ist. Eine Produkthaftung kann deshalb nicht übernommen werden.
Um die Kosten niedrig zu halten, varieren die Bauteile in
Form und Rastermaß. Nicht immer passt alles exakt. Werte weichen
zum Teil ab, wirken sich aber nicht auf die Funktionalität aus.
Die Anleitung ist für Gruppen gedacht und setzt Erfahrungen im
Umgang mit Lötwerkzeugen und elektronischen Schaltungen des
'Begleitpersonals' voraus ;-).
Die aktuelle Baumappe als Download.
Kontakt:  |