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Projektidee: Funkamateure bauen mit Kindern Spürgeräte zur Fledermausortung

Was haben Funkamateure mit Fledermäusen zu tun? Funkamateure interessieren sich nicht nur für Radiowellen sondern auch für andere Formen der drahtlosen Nachrichtenübertragung. Dazu gehört Schall ebenso wie das Licht. Die Technologie zum Empfang ist dabei sehr ähnlich. Das Prinzip für einen Radioempfänger kann so auch für den Empfang der Ultraschallsignale genutzt werden.
Die beteiligten Kinder und natürlich auch die Erwachsenen
haben in diesem Projekt die Gelegenheit, die erstaunliche Leistung der Nachtjäger zu sehen und zu ‚hören’.
Gleichzeitig erfahren sie etwas über die Biologie der Fledermäuse. Wichtiges Ziel wird auch sein, die Menschen für die Erhaltung der Fledermäuse zu sensibilisieren. Außerdem lernen die Kinder etwas über Technik und wie sie sinnvoll für die Natur und auch für das eigene Hobby nutzbar gemacht werden kann.

Wie sind wir auf die Fledertiere gekommen?

Fledermäuse sind faszinierend. Sie eignen sich hervorragend, um ein Projekt interdisziplinär anzupacken. Natur und Technik lassen sich hier gut zusammenführen.
Fledermäuse haben zwar Augen und können damit relativ gut schwarz weiß sehen. Ihr wichtigstes Sinnesorgan zur Orientierung aber sind die Ohren in Kombination mit ausgestoßenen Ultraschall- Ortungsrufen.
Die Ultraschall-Echoortung der Fledermäuse ist eine perfekte Anpassung an die Jagd in der Nacht.
Die für uns Menschen unhörbaren Ultraschallrufe werden von der Umgebung oder von Beutetieren reflektiert und als Echo von den großen Ohrentrichtern der Fledermaus eingefangen. Diese „Technik“ ist so perfekt, dass die Hörbilder dieser Tiere unserem farbigen Sehen vergleichbar sind.

Mit einem "Bat-Detektor" können Fledermäuse aufgespürt werden

Die Geräte wandeln die Ultraschallrufe in für uns hörbare Laute um. Hier sind die Funkamateure ‚anschlussfähig’, weil einige Varianten der Detektoren vom Prinzip her mit Radioempfängern vergleichbar sind. Doch zunächst noch einige Informationen zu den Tieren selbst. Bausatz

Fledertiere: Eher Igel als Maus

Von der oberflächlichen „Ähnlichkeit“ der Fledertiere mit Mäusen wurde bei den frühen Naturforschern und im Volksglauben auf eine Verwandtschaft zwischen den Tieren geschlossen. Dieser Glaube ist tief verwurzelt. Noch im vorletzten Jahrhundert war der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) auch die "Speckmaus". Ihnen wurde nachgesagt, Löcher in die Speckseiten zu fressen, die zum Räuchern unter der Decke hingen. Die nagenden Mäuse am Speck wurden nie beobachtet, wohl aber Abendsegler, die in den Vorratsräumen Winterschlaf hielten.
Heute ist der Wissensstand deutlich weiter: Der Ursprung der Fledermäuse beginnt mit den ersten, primitiven Säugern, den Ur-Insektenfressern.Die ersten dieser kleinen, baumbewohnenden Säugetiere lebten schon zu Zeiten der Sauriervor etwa 100 Millionen Jahren
Die Verwandtschaft mit den Mäusen ist nur sehr weitläufig. Der nächste noch lebende Verwandte der Fledermäuse ist bei uns der Igel.

Noch immer bedroht

Die Fledermausbestände sind in Deutschland bis Ende der siebziger Jahre dramatisch zurückgegangen. Einige Arten standen vor dem Aussterben. Der gesetzliche Schutz hat die Gefährdung der Fledermausbestände nicht verhindern können. Zwischen den fünfziger und Ende der siebziger Jahre sind Bestandsrückgänge in Quartieren einiger Arten um bis zu 90 % festgestellt worden. Nach den intensiven aktiven Schutzmaßnahmen und umfassender Öffentlichkeitsarbeit, vor allem der privaten Initiativen vom NABU und anderen Umweltverbänden, konnte in den vergangenen 20 Jahren der drastische Rückgang der Fledermauspopulationen gestoppt werden.   Heute werden wieder relativ stabile Bestände allerdings auf niedrigem Level, beobachtet.
Wenige anpassungsfähige Arten, wie die Zwergfledermaus oder die Wasserfledermaus, zeigen wachsende Populationen. Trotzdem stehen alle 23 Arten unserer heimischen Fledermäuse unter strengem Schutz.

Text: Nabu Gelsenkirchen mit einigen Ergänzungen

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